Fashion

Mein Weg zu weniger Klamotten

Second hand, Capsule Wardrobe, 333 Methode, 10 Item Wardrobe, Marie Kondo`s Macical cleaning sind alles Begriffe die man vielleicht mal gehört hat und die mir auf meinem Weg zu einem bewussterem Konsum begegnet sind.

Wir leben in einer Konsumgesellschaft. Jeder möchte möglichst schnell möglichst viel besitzen. Trends kommen und gehen und jeder möchte ein Teil der Mode sein. Auf YouTube gehörten Formate wie „Was ist dein Outfit Wert?“ 2019 zu den meist geklickten Videos. Menschen drücken sich über ihren Stil und ihre Kleidung aus und suchen dadurch nach gesellschaftlicher Anerkennung. Mode bekommt einen immer höheren gesellschaftlichen Stellenwert. Dadurch besitzen wir viel zu viel Kleidung und verlieren oft den Überblick was wir überhaupt besitzen.

Viele günstigeren Modelabels haben diesen Trend erkannt und Marken wie H&M, New Yorker und co. produzieren mittlerweile 12 Kollektionen im Jahr, um immer aktuell zu bleiben. Laut dem Hamburger Abendblatt besäßen Frauen im Schnitt 118 Kleidungsstücke und Männer 73, dabei würden Strümpfe und Unterwäsche nicht mitgerechnet werden. Außerdem besäßen ein Drittel mehr als 200 Kleidungsstücke. Des weiteren sei 40% unserer Kleidung ungetragen bzw. würde insgesamt nicht mehr als zwei mal getragen werden.

Nach einem Vorbild von Nils Reinke-Dieker, Larissa Starke, Frederike Wolf

Ich selbst habe nie von mir gedacht, dass ich zu viel Kleidung besitzen würde und dachte immer das ich einen relativ guten Überblick über meinen Kleiderschrank hätte. Doch ich wurde eines besseren belehrt worüber ich später noch berichten werde.

Ich möchte in einem Selbstversuch schluss mit dem Konsum machen und nicht auf das was mich in meinem Kleiderschrank glücklich macht beschränken. Doch wo fange ich an? Was kann ICH tun um ein Zeichen gegen Überkonsum und Fast Fashion zu setzen?

Dazu habe ich mich im Internet schlau gemacht und Folgende Methoden fand ich dabei ganz spannend:

Marie Kondo`s Magical cleaning

Marie Kondo ist eine Bestsellerautorin und Beraterin aus Japan. Durch ihre Bücher und ihrer Serie auf Netflix „Tiding up with Marie Kondo“ hat sie viele Menschen zum aufräumen und zum Umdenken gebracht. Nach ihrer Methode holt man zuerst all seine Kleidungsstücke aus dem Schrank und legt sie aufs Bett, dann nimmt man jedes Teil einzeln in die Hand und überlegt ob dieses Teil einem ein gutes Gefühl gibt. Ist dies der Fall darf das Teil behalten werden und wenn nicht solle man sich bei dem Kleidungsstück bedanken und es beiseite legen und weggeben. So erhält man am Ende zwei Stapel an denen man gut das Ausmaß des Aufräumens erkennen kann. Beim Einräumen in den Kleiderschrank soll man seine Kleidung so einsortieren, dass sie im Kleiderschrank „stehen“.

Capsule Wardrobe

Laut Wikipedia ist die „Erfinderin “ der Capsule Wardrope Susie Faux, die in den 70er Jahren Inhaberin der Boutique „Wardrobe“ war. Donna Kararn machte mit ihrer Kollektion 1985 diese Idee populär. Ihre Kollektion bestand aus sieben miteinander kombinierbaren Kleidungsstücken.

Die Capsule Wardrobe kann man unterschiedlich auslegen so gibt es zum Beispiel die 333 Methode, das bedeutet 33 Teile für 3 Monate. Hierbei werden Mäntel und co. mitgezählt. Socken, Accessoires und Unterwäsche bleiben außen vor. Außerdem gibt es noch die 10 Item Wardrobe, hier reduziert man sich auf 10 gut miteinander kombinierbare Kleidungsstücke und kombiniert dazu verschiedene Accessoires. Generell konzentriert man sich bei diesem Prinzip auf gut kombinierbare Basics aus gutem Material, damit sie auch lange erhalten bleiben.

Außerdem gibt es auch noch Fair Fashion, dort wird darauf geachtet das in alles Arbeitsschritten die Arbeiter gut bezahlt werden und der CO2 Ausstoß so gering wie möglich bleibt. Außerdem gibt es Kleidung die kompostierbar ist, aus Biobaumwolle besteht oder aus Kleidung die regional hergestellt wird.

Also was davon mache ICH jetzt?

Ich habe mich für eine Mischung aus den Methoden entschieden. Zuerst habe ich all meine Kleidung Zusammengesucht und einen großen Berg auf dem Fußboden gemacht, dann habe ich ersteinmal gezählt, um mir über das Ausmaß bewusst zu werden. Hierbei habe ich meine Alltagskleidung aber auch meine Sport- und Schlafsachen gezählt.

Meine gesamten Klamotten
  • 92 Oberteile (T-shirts, Pullover, Strickjacken, Tops etc.)
  • 13 Kleider und Jumpsuits
  • 31 Hosen (Jeans, Stoffhosen, Jogginghosen, Shorts, Schlafhosen)
  • 3 Leggings
  • 1 Rock
  • 18 BH´s
  • 3 Bikinis

= 162 Kleidungsstücke

Dann habe ich mir den riesigen Klamottenberg vorgenommen und jedes Teil einmal in die Hand genommen und so erst mal grob aussortiert. Bei vielen Methoden heißt es nämlich, dass man alle Teile einmal anprobieren soll, allerdings hab ich Klamotten bei denen ich mir sicher war, dass ich sie nicht behalten werde sofort aussortiert. So hab ich schon viel Kleidung aussortiert, vor allen Dingen welche die schon kaputt war oder nicht mehr gepasst hat.

Kaputte Klamotten

Als ich das geschafft hatte,hab ich mir die übrigen Teile vorgenommen und mich mit allen einzeln beschäftigt, habe sie angezogen und mich gefragt ob sie mich glücklich machen und ob ich sie überhaupt trage. So habe ich mich dann durch meine gesamte Kleidung gearbeitet und als ich damit fertig war, habe ich wieder gezählt.

  • 44 Oberteile (T-shirts, Pullover, Strickjacken, Tops etc.)
  • 13 Hosen (5 Jeans, 3 Schlafhosen, 1 Stoffhose, 4 Shorts)
  • 2 Leggings
  • 1 Rock
  • 10 BH´s
  • 2 Bikinis
  • 7 Kleider und Jumpsuits

= 79 Kleidungsstücke und 25 freie Kleiderbügel

Mein Kleiderschrank nach dem Ausmisten

Bei vielen Teilen ist es mir leicht gefallen sie auszusortieren, allerdings bei anderen auch sehr schwer. Hierbei hat es sich meistens um Klamotten gehandelt die einen emotionalen Wert für mich haben oder die ich vor einiger Zeit sehr gerne getragen habe. Ich habe mich schlecht gefühlt so viel auszusortieren, aber im Nachhinein finde ich es befreiend.

Ich habe mehr als die Hälfte meiner Klamotten aussortiert und es fühlt sich an als wäre eine Last von meinen Schultern gefallen. Das was mich am meisten verwundert ist allerdings, dass ich kein einziges Teil vermisse.

Doch was passiert mit den Aussortierten Klamotten?

Viele der Teile die ich aussortiert habe waren weder kaputt oder unbrauchbar und zum Wegschmeißen zu schade. Also bin ich meine aussortierten Klamotten noch einmal durchgegangen und habe sie nach Altkleider und verkaufen getrennt. Ich habe mich hierbei für Second hand entschieden, da es sich um noch gut erhaltene Kleidung handelt die ich einfach nur nicht mehr trage. Anstatt die Klamotten auf einen Flohmarkt zu verkaufen oder auf einer großen Internetseite reinzustellen, hab ich mich dazu entschieden die Klamotten lokal bei der Instagram Seite @dasneuesecondhand zu verkaufen. Mit den Inhaberinnen der Seite habe ich auch ein Interview geführt, was ihr unter „Interview: Emma & Leena beantworten meine Fragen“ finden könnt.

Klamotten zum Spenden im Altkleiderkontainer
Klamotten die ich verkaufen werde

Mein Fazit

Durch meine Recherchen habe ich den Inhalt meines Kleiderschranks halbiert und mich mit der Bedeutung von Kleidung beschäftigt. Mir ist jetzt besonders wichtig, dass ich meinen Kleiderschrank nicht wieder blind auffülle sondern das schätze was ich besitze und bei einem Neukauf darauf achte, woher meine Kleidung stammt.

Deshalb war ich auch bei einem Second Hand Shop in meiner nähe „Die Anziehbar“ und habe mich dort umgesehen. Der kleine Laden befindet sich in Oldenburg ca. 10 min zu Fuß vom Lappan entfernt. Das liebevoll eingerichtete Geschäft, welches ich auf Empfehlung einer Freundin besucht habe, bietet Second Hand Mode vor allen Dingen für Frauen an. Es war sehr interessant dort durchzustöbern. Trotzdem ich fand es auch zuerst etwas ungewohnt, dass es jedes Teil nur einmal gab, nichts desto trotz war der Laden sehr interessant. Leider habe ich dort nichts für mich gefunden, deshalb werde ich nach weiteren Secondhandshops Ausschau halten, die vielleicht auch etwas für mich haben.

Meine Pläne für die Zukunft sind es meine aussortierten Klamotten bei dasneuesecondhand zu verkaufen und auf übermäßiges Kaufen zu verzichten.

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